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Bayerische Meisterschaften der Schüler in Regensburg

So erfolgreich war der heimische Leichtathletik-Nachwuchs seit vielen Jahren nicht mehr. Bei den Bayerischen Schülermeisterschaften in Regensburg gab es insgesamt sechs Mal Edelmetall und damit allen Grund zum Jubeln. Bayerische Schülermeister/in wurden Isabell Hergenröther und Ivane Antonov vom TSV Bad Kissingen, sowie Nico Wilm vom 1. FC Rottershausen. Weitere Medaillen holten Johanna Büchs vom TV/DJK Hammelburg und Dimitri Antonov vom TSV Bad Kissingen.
Isabell HergenrötherIsabell Hergenröther hatte über 300 Meter Hürden der Schülerinnen W15 schon die mit Abstand beste Meldezeit vorgelegt. Beeindruckend wie gelassen die 15-Jährige mit der Last der Favoritenrolle im Wettkampf zurecht kam. Die Realschülerin lief das Rennen über die insgesamt sieben Hürden sehr kontrolliert und lies sich auch durch das etwas höhere Anfangstempo einer Konkurrentin nicht großartig irritieren. Ab der Hälfte der Distanz hatte sie die Führung erobert und bog im sicheren Rhythmus auf die Zielgerade ein. Die letzten Meter waren für die TSVlerin dann ein reiner Genuss. In 46,54 Sekunden und damit mehr als eine Sekunde vor der Zweitplatzierten, verbesserte sie ihren bisherigen Hausrekord gleich erheblich.
Am zweiten Wettkampftag sprintete sie in 41,82 Sekunden über die 300 Meter Flachstrecke noch zu Bronze. Allerdings verbummelte sie hier etwas die ersten 100 Meter und konnte somit nicht mehr in die Entscheidung eingreifen.
Nico WilmNico Wilm (1. FC Rottershausen) hatte im Kugelstoßen der M15 mit knapp 15 Meter ebenfalls die beste Vorleistung erbracht. Im Ring zeigte er aber zu Beginn des Wettkampfes doch Nerven. Nach dem vierten Versuch lag noch der Würzburger Markus Schwertfeger mit 14,23 Meter in Führung. Der Rottershäuser hatte zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 14,05 Meter zu Buche stehen. Aber Trainer Richard Ehrhard hatte ihn wohl noch rechtzeitig wachgerüttelt. Im fünften Versuch beförderte er die vier Kilogramm schwere Kugel auf großartige 14,95 Meter und holte damit mit großem Vorsprung Gold.
Auch mit den Wurfgeräten wusste Nico Wilm in Regensburg bestens umzugehen. Im Diskuswurf segelte sein 1,5 Kilogramm schweres Sportgerät auf 42,75 Meter, womit er sich immerhin auf den fünften Rang  einreihte. Diese Platzierung wiederholte der 14-jährige Gymnasiast dann auch im Speerwurf mit einem starken Versuch auf 46,64 Meter.
Ivane AntonovAuf Ivane Antonov (TSV Bad Kissingen) lastete im Dreisprung der Schüler M15 ebenso die Bürde des bisher Jahresbesten und somit Favoriten. Aber schon mit seinem ersten Versuch machte der Gymnasiast nahezu alles klar und hinterließ erst nach 12,69 Meter seinen Abdruck in der Sandgrube. Vater und Trainer Dimitri war mit der technischen Ausführung des Sprungs nicht einmal ganz zufrieden. Begeistert war jedoch Roland Fleischmann, der Sprungtrainer des Bayerischen Leichtathletik Verband, der sich schon jetzt auf die Arbeit im Kader mit Ivane Antonov freut. Freuen konnte sich der Bad Kissinger auch am zweiten Tag beim Weitsprung. Allerdings wehrte diese nur bis zum letzten Versuch. Bis dahin lag er mit seinen 5,97 Metern noch auf dem Bronzerang. Im sechsten Versuch wurde seine Weite allerdings um fünf Zentimeter übertroffen und so musste sich der sprunggewaltige TSVler am Ende mit Rang vier begnügen
Dimitri AntonovAuch Ivanes jüngerer Bruder Dimitri, der noch der Altersklasse M13 angehört, zeigte sich in Regensburg von seiner besten Seite. Zunächst lief er die 80-Meter Hürden der Schüler M14 in 12,28 Sekunden und stand damit im B-Finale. Auf dieses Rennen verzichtete der Realschüler aber aufgrund des Weitsprungwettbewerbs, der zeitgleich angesetzt war. Groß war bei ihm die Erleichterung als er im ersten Versuch mit guten 5,43 Meter so gut wie sicher den Finaldurchgang der besten Acht buchte. Im fünften Versuch flog er dann sogar noch auf 5,65 Meter und holte sich mit neuer persönlicher Bestleistung damit völlig überraschend Silber.
Dass es manchmal anders kommt als man plant, musste das Hammelburger Johanna BüchsTrainergespann Paul Fella und Angelika Franz-Fella bei ihrer Athletin Johanna Büchs zur Kenntnis nehmen. In der Altersklasse W14 hatte die Diebacherin als Siegerin ihres Vorlaufes über 80 Meter Hürden gute 12,53 Sekunden vorgelegt. Im Endlauf konnte sie allerdings an diese Leistung nicht mehr anknüpfen und wurde Sechste. Im Weitsprung, wo sie im Vorfeld nicht zu den Allerbesten zählte lies sie es allerdings richtig krachen und sprang großartige 5,36 Meter. Damit gewann sie mit nur 10 Zentimeter Rückstand zur Siegerin überraschend Bronze und unterbot zudem die D-Kadernorm für den Landeskader. Wie nah Freud und Leid beieinander liegen musste die Gymnasiastin am zweiten Tag im Hochsprung erkennen. Mit einer Bestleistung von 1,58 Meter angereist, musste sie bereits nach 1,46 Meter ihre Sachen packen. Ärgerlich, dass der Titel in diesem Wettbewerb mit 1,55 Meter gewonnen wurde, eine Höhe die sie in diesem Jahr nahezu in jedem Wettkampf übersprang.
Für Laura Hofmann (TSV Münnerstadt), der Titelverteidigerin über 800 Meter der W14, war das Rennen schon nach wenigen Metern gelaufen. Zu zaghaft agierte sie in der Startphase, kam schnell ins Hintertreffen und wurde zu allem Übel auch noch von mehreren unmittelbar vor ihr gestürzten Läuferinnen stark behindert. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als sie in einem Bummelrennen dank ihrer Spurtqualitäten zum Sieg kam, wurde an der Spitze dieses Mal kräftig Druck gemacht. Laura Hofmann kam zwar wieder an die Führenden heran, verbrauchte dabei allerdings wertvolle Körner, die ihr im Finish ganz einfach fehlten. In dennoch guten 2:25,74 Minuten wurde es am Ende Platz sieben von immerhin 37 Läuferinnen, die sich für diese Meisterschaften qualifiziert hatten.
Zufrieden mit seinem Auftritt über 1000 Meter dürfte auch Tobias Martin vom SV Ramsthal sein. In einem typischen Meisterschaftsrennen, bei dem es erst in der Schlussphase richtig zur Sache ging, war er nach 2:55,84 Sekunden im Ziel und wurde damit Achter.
Magdalena Beck vom TV Bad Brückenau lief im Vorlauf persönliche Bestleistung über die 80 Meter Hürden der Schülerinnen W14 und qualifizierte sich damit für das B-Finale. Hier wurde es am Ende der für sie gute siebte Rang. Alexandra Keller vom TV/DJK Hammelburg, die mit der Teilnahme an den Meisterschaften ihr Saisonziel eigentlich erreicht hatte, lief im Vorlauf des gleichen Wettbewerbs 13,51 Sekunden.
Felix Raab vertrat die Bad Brückenauer Farben über 3000 Meter der Schüler M15. Das flotte Tempo an der Spitze vermochte er zwar nicht mitzugehen. In 10:31,95 Minuten lief er aber am Ende als guter Sechster ins Ziel.
Für Helena Schneyer vom TSV Hollstadt war es schon ein großer Erfolg im B-Endlauf über 100 Meter zu stehen. Groß war die Freude, als sie in starken 13,23 Sekunden nicht nur einen neuen Hausrekord verbuchte, sondern auch noch den vierten Rang im sogenannten kleinen Finale erreichte.
Eine persönliche Bestleistung wurde es auch für Dominik Abert (VfL Bad Neustadt) über 80 Meter Hürden der Schüler M15. In 12,01 Sekunden qualifizierte auch er sich für den B-Endlauf und bestätigte seine gute Zeit aus dem Vorlauf als Fünfter exakt noch einmal.
Gleich für drei Wettbewerbe hatte sich Lisa Baumbach vom FSV Hohenroth qualifiziert. Im Kugelstoßen erreichte sie in Regensburg 10,07 Meter und damit den 15. Rang. Im Speerwurf mit 26,47 war es dann schon Platz zwölf. Aber ohne persönliche Bestleistung wollte die FSVlerin nicht die Heimreise antreten. Dies gelang ihr dann mit eindrucksvollen 27,16 Metern im Diskuswurf, was ihr am Ende den erfreulichen siebten Rang brachte.

 

Bayerische Meisterschaften der Aktiven

In Regensburg kürten neben den A-Schülern auch die Aktiven ihre Landesmeister. Hier holte Lisa Hofmann vom TSV Bad Kissingen Silber über 400 Meter Hürden, während Manuel Stöckert vom TSV Ostheim Zweiter im Juniorenrennen über 5000 Meter wurde.
Lisa HofmannDer starke Rückenwind zu Beginn des Rennens und die Regensburgerin Vera Stelkens, die Deutsche A-Jugend-Meisterin über 400 Meter des letzten Jahres, verhinderten in der Domstadt den ersten Aktiventitel für Lisa Hofmann. Die Bad Kissingerin, die in diesem Jahr bereits die 400-Meter-Hürden unter 60 Sekunden lief und zu den besten Jugendlichen in Europa zählt,  hatte ausgehend von der Meldeleistung eigentlich nur zwei Frauen aus Fürth zu fürchten. Sehr schnell lief Hofmann die 45 Meter zur ersten Hürde an. Wohl durch den hier herrschenden Rückenwind kam sie viel zu nah an das Hindernis und konnte nur mit Mühe einen Sturz vermeiden. Mit langen Schritten versuchte sie dennoch ihren Rhythmus zu halten. Die beiden Fürtherinnen hatte sie schnell wieder eingeholt. Aber Vera Stelkens, die erst ihr zweites Rennen über 400 Meter Hürden bestritt, lies nichts mehr anbrennen und lief in starken 60,02 Sekunden zum Sieg. Obwohl die TSVlerin auf den letzten Metern etwas resignierte darf auch sie in Anbetracht ihres Missgeschicks mit ihren 60,64 Sekunden noch zufrieden sein. Teamgefährtin Fabienne RöschelFabienne Röschel beendete das Rennen in 66,89 Sekunden als Fünfte. Damit lief sie zwar Saisonbestzeit, vefehlte aber die Norm zur Deutschen Meisterschaft erneut


Im Rahmen des Meisterschaftsrennens der Aktiven über 5000 Meter wurde in Regensburg auch der Juniorentitel vergeben. Die Favoriten um den mehrmaligen Deutschen Meister Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München) hielten sich lange zurück. Nach den ersten 1000 Metern war sogar Stöckert noch in Führung. Nach lediglich 3:08 Minuten für den ersten Kilometer war aber an eine echte Spitzenzeit nicht mehr zu denken. Das Rennen wurde aber allmählich immer schneller. Am Ende musste Manuel Stöckert in 14:57,91 Minuten nur Sebastian Reinwand aus Roth in der Juniorenwertung knapp den Vortritt lassen. In der Gesamtwertung, die Hallmann zu seinen Gunsten entschied wurde der Ostheimer immerhin Sechster. René Stöckert, der noch zur Jugendklasse zählt, lief im gleichen Rennen 15:37,30 Minuten und wurde bei den Junioren Siebter.

Im bestens besetzten Finale über 1500 Meter schlug sich mit Julius Helm ein weiterer Ostheimer Läufer ausgezeichnet. Im vom Fürther René Bauschinger gewonnenen Lauf wurde Helm in 3:58,29 Minuten Sechster.
Diskuswerferin Anne-Marie Volkheimer (Rödelmaier - LAC Quelle Fürth/München) nahm ihr Sportgerät bei den Bayerischen wieder einmal in die Hand. Dass sie nach wie vor mit dem Diskus bestens umgehen kann zeigte sie mit einem Wurf auf 37,67 Meter, der ihr den sechsten Rang brachte.