Internationales Askina-Meeting in Baunatal

Mittendrin, statt nur dabei war Lisa Hofmann vom TSV Bad Kissingen beim internationalen Askina-Leichtathletik-Meeting in Baunatal. Im ersten offiziellen Qualifikationslauf zur Junioren-WM, siegte die 18-Jährige am Mittwochabend über 400 Meter mit neuer persönlicher Bestzeit von 55,05 Sekunden.


Für Lisa Hofmann war die Teilnahme an diesem Meeting schon ein besonderes Erlebnis in ihrer bisherigen Karriere. Mehrere tausend Zuschauer im sehr gut gefüllten Baunataler Stadion sorgten für eine tolle Atmosphäre, die es in der Leichtathletik nur selten gibt. Aufgrund der guten Kontakte von U-20-Bundestrainer Andreas Knauer, waren die jungen 400-Meter-Läuferinnen die einzigen Jugendlichen, die im Hauptprogramm starten durften. Als Lisa Hofmann vom Aufwärmplatz in die Arena kam, war die Stimmung gerade auf dem Höhepunkt angelangt. Soeben hatte der Kanadier Dylon Armstrong die 7,26 Kilogramm schwere Kugel auf hervorragende 21,58 Meter gewuchtet und damit die beiden Deutschen Ralf Bartels und David Storl auf die Plätze verwiesen. Publikumsliebling Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt), versuchte sich bei ihrem Saisoneinstand an den 2 Metern und Silke Spiegelburgim hochkarätigen Stabhochsprungwettbewerb der Frauen hatte Silke Spiegelburg (TSV Bayer 04 Leverkusen) gerade die 4,70 Meter gemeistert. Die jungen 400-Meter-Läuferinnen mussten sogar nochmals die Startblöcke verlassen, weil sich die Leverkusenerin unter dem rhythmischen Beifall der Zuschauer, an einem neuen Deutschen Rekord von 4,78 Metern versuchte. Als dann aber für einen kurzen Moment Ruhe im weiten Rund herrschte wurden dann auch die Jugendlichen auf ihre Stadionrunde geschickt. Für tolle Stimmung auf den Rängen sorgte vor allem der Start der heimischen Julia Schäfers von der LAV Kassel, die im letzten Jahr die 400 Meter rund eine Sekunde schneller lief als die Bad Kissingerin. Sie hatte die vielen Zuschauer eindeutig hinter sich und lief dementsprechend flott an. Bei etwa 150 Meter hatte Lisa Hofmann noch rund zwei Meter Rückstand, die sie dann aber bis zur Hälfte der Renndistanz aufholte. Mit rund 25,9 Sekunden für die 200 Meter lief die TSVlerin dennoch so schnell wie noch nie an. Nach einer starken Kurve, in der sie rund sechs Meter Vorsprung auf die Kasslerin herauslief, passierte sie die 300 Meter in starken 39,8 Sekunden. Mit viel Kampfgeist und enormen Siegeswillen meisterte Lisa Hofmann dann auch die letzten einhundert Meter und durfte sich über den Hausrekord von 55,05 Sekunden freuen. Was es heißt bei einem internationalen Meeting zu siegen, durfte sie gleich nach dem Zieleinlauf erfahren. Noch völlig außer Puste, wurde sie von rund 100 Kindern umlagert, die von der Siegerin natürlich ein Autogramm erwarteten. Ariane Friedrich, die Deutsche Rekordhalterin im Hochsprung, die ganz in der Nähr von Baunatal wohnt, musste an diesem Tag, im Punkto Autogrammwünsche, sicherlich noch ein vielfaches mehr leisten.
Mit dieser tollen Leistung über die 400 Meter empfahl sich Lisa Hofmann nachdrücklich für einen Staffeleinsatz über 4 x 400 Meter bei den U-20-Weltmeisterschaften im kanadischen Moncton. Allerdings liebäugelt die Fachoberschülerin dort mit einem Einzelstart über ihre Spezialstrecke, den 400 Meter Hürden. Dazu muss sie aber zuerst die vorgegebene Norm von 59,75 Sekunden knacken. Die erste von drei Gelegenheit dazu hat sie bereits am heutigen Samstag. Im Rahmen der Sparkassen-Gala in Regensburg trifft sie dort auf alle Deutschen U-20-Spitzenläuferinnen in dieser Disziplin.

 

Fabienne Kohlmann
Mit Fabienne Kohlmann sorgte eine weitere unterfränkische Teilnehmerin in Baunatal für Schlagzeilen. Die Athletin von der LG Karlstadt-Gambach, die im letzten Jahr mit der Deutschen Frauen-Staffel bei den Weltmeisterschaften in Berlin den fünften Rang belegte, gewann souverän die 400 Meter Hürden der Frauen. Trotz starkem Wind lief sie 56,45 Sekunden und qualifizierte sich damit für die Team-Europameisterschaften im norwegischen Bergen. Für die Europameisterschaften in Barcelona löste sie erst kürzlich bei einem Meeting in Dessau völlig überraschend das Ticket über 800 Meter. In 2:00,72 Minuten lies Fabienne Kohlmann im Schlussspurt der Olympiasiegerin Pamela Jelimo aus Kenia nicht den Hauch einer Chance.